DIREKTVERSICHERUNG

Eine Direktversicherung für die betriebliche Altersvorsorge

In den meisten Unternehmen wird die betriebliche Altersvorsorge (bAV) in Form einer Direktversicherung realisiert. Der Arbeitgeber tritt hierbei als Versicherungsnehmer auf und schließt mit dem Versicherungsträger den Vertrag. Die Leistungen aus der Direktversicherung fließen dann den versicherten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zu, sobald die Auszahlungsphase beginnt. Diese ist frühestens mit dem Erreichen des 62. Lebensjahrs möglich, ein späterer Rentenbeginn ist ebenfalls möglich. Bei der Finanzierung der Beiträge für eine Direktversicherung gibt es zwei Varianten: Entgeltumwandlung oder Direktzusage.

Direktversicherung per Entgeltumwandlung

Arbeitnehmer profitieren davon, dass durch eine Entgeltumwandlung auch das steuerpflichtige und das sozialversicherungspflichtige Einkommen sinkt, so dass sich der Staat mit bis zu 50 Prozent an den Beitragszahlungen beteiligt. Zudem bietet das Presseversorgungswerk als Non-Profit-Organisation nicht nur eine besonders günstige Kostenstruktur, sondern auch seit Jahren deutlich überdurchschnittliche Gesamtverzinsungen, in 2018 beispielsweise von bis zu 4,0 Prozent.

Arbeitnehmer können Teile ihres monatlichen Bruttoentgelts steuerfrei und sozialversicherungsfrei in einen Direktversicherungsvertrag einbringen. Die Entgeltumwandlung reduziert so das steuerpflichtige und sozialversicherungspflichtige Einkommen und schafft damit einen zusätzlichen finanziellen Anreiz für Arbeitnehmer.

Die Höhe der steuerfreien Beiträge ist gesetzlich geregelt, gem. § 3 Nr. 63 EStG können jährlich in eine Direktversicherung steuerfrei bis zu vier Prozent der Beitragsbemessungsgrenze der gesetzlichen Rentenversicherung eingezahlt werden. Das entspricht im Jahr 2018 einem Maximalbetrag von 3.120 Euro pro Arbeitnehmer. Dadurch beteiligt sich der Staat mit bis zu 50 % an der Beitragszahlung.

Weitere Beiträge bis zu einer Höhe von 3.120 Euro können jährlich ebenfalls steuerfrei eingezahlt werden, sofern die Pauschalbesteuerung gem. § 40b EStG nicht in Anspruch genommen wurde. Für steuerfrei über eine Entgeltumwandlung eingebrachte Beiträge müssen dennoch Sozialabgaben gemäß den jeweiligen Bemessungsgrenzen entrichtet werden.

Wenn der versicherte Arbeitnehmer aus dem Unternehmen ausscheidet, gehen sämtliche Rechte aus der Versicherung sowie das Recht auf Weiterführung an den Arbeitnehmer über. Er kann die bestehende Versicherung also beim nächsten Arbeitgeber fortführen und so den Rentenanspruch weiter erhöhen.

Direktversicherung per Direktzusage des Arbeitgebers

Der Arbeitgeber kann eine bAV auch als Incentive anbieten und die Versicherungsbeiträge selber finanzieren. Diese Direktzusage ermöglicht es dem Arbeitgeber, die Versicherungsbeiträge als Betriebsausgaben steuerlich geltend zu machen. Auch hier gilt der gesetzlich festgelegte Höchstbetrag von 3.120 Euro in 2018, der jedoch dauerhaft sozialversicherungsfrei sind.

Das Fortführungsrecht bei einer Direktzusage ist hier jedoch anders geregelt: Die Anwartschaft auf die betriebliche Altersvorsorge bleibt nur dann erhalten, wenn das Arbeitsverhältnis frühestens mit Vollendung des 28. Lebensjahrs des Arbeitnehmers endet und die Versorgungszusage mindestens fünf Jahre bestanden hat.

Wenn die Auszahlungsphase erreicht ist, kann der Versicherte wählen zwischen einer lebenslänglichen Altersrente oder der Auszahlung des erwirtschafteten Kapitals in einer Summe. In jedem Fall müssen die Rentenleistungen jedoch in voller Höhe versteuert werden.

Zusätzlich zur Rentenversicherung kann bei einer Direktversicherung auch eine steuerbegünstigte Versicherung zur Hinterbliebenenvorsorge sowie zum Schutz vor den finanziellen Konsequenzen einer zeitweisen oder dauerhaften Berufsunfähigkeit eingeschlossen werden.

Wenn Sie Fragen zum Thema Direktversicherung, Direktzusage oder Entgeltumwandlung haben sollten, beraten wir Sie gerne ausführlich und verständlich. Nutzen Sie einfach unser Kontaktformular und vereinbaren Sie einen persönlichen Beratungstermin.